Leserbrief: Mehr als nur große Umwege

Was es für Einzelne wirklich bedeutet, wenn die direkte Verbindung zum Nahversorger und Innenstadt gesperrt ist.

Seit ein paar Tagen müssen wir uns jenseits der Wupperbrücke in Dahlhausen damit abfinden weite Umwege zu fahren. Dies ist aber nichts im Vergleich zu den Problemen, die sich hierdurch für alte, kranke oder behinderte Menschen ergeben. Bei meinem Spaziergang zum Wuppermarkt traf ich in der Hardtstrasse auf einen völlig hilflosen, fast blinden älteren Mann. Verzweifelt rief er nach seinen Nachbarn. Diese sollten für ihn ein Taxi rufen damit er am Wuppermarkt Brot und Zigaretten kaufen könne. Die angerufene Taxizentrale gab die Auskunft dies würde durch den Umweg 50 bis 60 Euro kosten, also unbezahlbar nicht nur für ihn. Dies bedeutet, dass ihm der letzte Rest an Selbstständigkeit und Teilhabe genommen wurde. Ist dies nur ein Einzelschicksal? Was ist wenn Bewohner des abgesperrten Gebietes vielleicht aufgrund plötzlicher Erkrankung häufiger auf ein Taxi zum Arzt oder Physiotherapie angewiesen sind? Ist unsere Sicherheit wirklich gegeben, wenn ein medizinischer Notfall auftritt? Woher kommt die Feuerwehr und der Notarzt, wenn sie schnell benötigt werden? Wie schnell können sie am Einsatzort sein? Ich möchte hierzu befriedigende Antworten.

Ja, die Brückensperrung war lange geplant. Damit hatte man eigentlich auch Zeit das Schnellental zumindest für die Anwohner von Hardtbach, Hardtstrasse und Bahnhof Dahlhausen zum Befahren fit zu machen.


Michaela Strukmeier

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