Kupferbergwerk unter der WuppersperreDas Wiebachtal - seit dem Anstau der Wuppertalsperre erfährt man nur noch durch Bilder und Erzählungen von seiner ursprünglichen Schönheit.
Einst lockte es Spaziergänger nur so an, als hier noch mitten in Wald und Himmelswiese eine alte Mühle stand. Doch auch ein kleines Bergwerk befand sich einmal dort: die Carolinengrube, in der Kupfer abgebaut wurde. In unmittelbarer Nachbarschaft auf Hückeswagener Gebiet befanden sich außerdem die Grubenfelder Quaste, in denen Kupferkies abgebaut wurde, und die Grube Conrad. Wann die Carolinengrube im Wiebachtal angelegt wurde, läßt sich nicht genau datieren, jedoch existiert noch ein "Befahrungsprotokoll" vom 20. Oktober 1858, aus dem hervorgeht, daß die Anlage schon früher in Betrieb war. Damals bestand schon ein zur Untersuchung der Quarzvorkommen eingerichteter Stollen von 35 Metern Länge. Um die Gesteinsschichten in der Tiefe weiter zu untersuchen, wurde in der Nähe der Stollenöffnung ein weiterer Gang von rund 22 Metern, der Erzführung folgend, angelegt. Die Leitung der Carolinengrube hatte damals Carl Wilhelm Bever aus Kormannshausen, der am 1. Juli 1859 eine Art Bewirtschaftungsvertrag mit dem Gruben-Repräsentanten Ewald Duisberg aus Elberfeld abschloß. Aus dem Vertragsinhalt: Soweit der Vertrag. Bever bemühte sich zwar redlich durch die Installation aufwendiger Anlagen um einen wirtschaftlichen Abbau, doch trotz seiner Anstrengungen erwiesen sich die Vorkommen als nicht ausreichend. So gab er schließlich 1891 auf und trat seine Ansprüche an H. Hagenkötter ab. Doch auch dieser sah keinen wirtschaftlichen Betrieb der Anlage und scheute deshalb die kostspielige Investition, die er ursprünglich vorgehabt hatte, die Grube nämlich mittels einer Drahtseilbahn an die Eisenbahnlinie in Kräwinklerbrücke anzuschließen. Wiederum wechselte der Besitz: 1903 an E. Freymann aus Barmen. In den zwanziger Jahren kam dann das endgültige Aus. Stollen und Schächte der Carolinengrube blieben sich selbst überlassen, wurden jedoch immer wieder von vielen interessierten Spaziergängern erkundet. Als es dabei sogar zu einem tödlichen Unglücksfall kam, wurde der Stolleneingang 1933 zugemauert. Heute ist alles im Wasser versunken.
Zuletzt aktualisiert am: 01.07.2024. 5899 07.04.2025).
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